Die 6 besten Fragen beim BH Q&A

Die verschiedensten Fragen wurden uns bei den Filmgesprächen nach “Blind & Hässlich” gestellt. Hier einige meiner Lieblinge und die Antworten dazu:

Wie kamst du auf die Idee?
Diese Frage will vor allem eins wissen: Woher kommen Ideen? Nun, wenn ich das wüsste, würde ich dort wo sie her kommen hingehen. Ich hab aber keine Ahnung wo die Ideen wohnen. Oft kommen mir Ideen beim Duschen, daher dusche ich immer öfter. In den Schreibphasen dusche ich teilweise mehr, als ich nicht dusche.

Hast du den Regenwurm wirklich gegessen?
Der Plan war ihn wirklich zu essen. Als ich ihn aber im Mund hatte, wurde uns klar, dass man ja nun gar nicht sieht ob ich ihn wirklich kaue oder nur so tue, also habe ich vorsichtig an ihm vorbei gekaut, man ist ja kein Unmensch – was nicht heißen soll, dass mir das allein nicht auch schon leid tat. Sicherlich wäre es für uns auch eine traumatische Erfahrung, in der Mundhöhle eines Monsters zu liegen, dessen Zunge allein so groß ist wie wir selbst.
Jedenfalls haben wir den Regenwurm nach der Szene feierlich abgeklatscht und dann beschlossen ihn dort im Wald frei zu lassen. Erst danach wurde mir bewusst, dass wir ihn ja im Anglerbedarf gecastet haben – d.h. er ist wohl in Gefangenschaft aufgewachsen und ich war mir nun nicht sicher, ob er sich in der Brandenburger Wildnis überhaupt zurechtfinden wird. Ich hoffe es geht ihm gut. Hab jedenfalls seit dem Dreh nichts mehr von ihm gehört. Zur Premiere ist er auch nicht gekommen.

Was ist mit Björn passiert?
Nach der Baseballschläger Attacke? Überlebt hat er. Aber er ist jetzt querschnittsgelähmt.

Wie ist es Regie zu führen und selber zu spielen?
Es hat eine Menge Nachteile aber auch einige Vorteile: U.a. dass es zumindest EINEN Schauspieler gibt, auf den ich ein Quäntchen Einfluss hab.

Wie hast du deine Hauptdarstellerin gefunden?
Woher diese Frage kommt, verstehe ich nicht. Was erwartet man da als Antwort? Das ist halt so wie die Frage nach den Ideen. Wo kommen Menschen her? Ich weiß es nicht. Will man da die Adresse von dem Kiosk hören, wo es die guten Hauptdarsteller gibt? Oder eine Abenteuer-Geschichte, wie ich sie aus einem verwunschenen Tempel befreit hab? Ich hab halt gecastet. Klingt nicht so aufregend, war es aber.

Wirst du noch mehr Filme machen?
Ehrlich gesagt, lieber nicht. Ich hasse Filme machen. Das blöde ist nur: Irgendeiner muss es halt machen. Also werd ich mich vermutlich bald wieder aufrauffen, sonst macht’s ja eh keiner.

Wie lang? Wieviel? Wo und was?
28 Drehtage. 67 Stunden Material. Schreibphase: ca. 1.5 Jahre. Schnitt: ca. 1 Jahr. Gedreht in Berlin und Umgebung. Mit ca. 7 Personen Set-Team. ARRI Amira.

 

 

 

Advertisements

Ein groß Begierde

Über uns das weite Himmel. Unter uns der Erde. Alle wollen richtig sprechen. Manche machen alles falsch. Willst du mir mein Herz zerbrechen? Sei doch bitte nicht so harsch! Wenn ich dir ein Lächeln schenke, krieg ich deinen warmen Arsch? Zwischen uns ein groß Begierde. Unter uns vielleicht auch Angst? Will doch nur verstanden werden. Missverständnis Schweigemarsch. Alle müssen Fehler machen. Alle dürfen lachen falsch. Manche können drüber lachen. Keiner ist ein Mensch von Mars.

Never give your best

Being average is so much more productive and healthier than trying to be your best. Trying your best will never yield your best, it will only deliver a lot of suffering and maybe even lessen your otherwise average result. Reach for the apples and you will likely get some apples. Reach for the stars and you’ll still get apples and strain your back. Those who give advice like: “Always give your best!” have either not achieved their goal yet or have a misconception of how they got there.
Never give your best! Not only because it’s not in your best interest, but also because you might be interfering with others in the process, keeping them from being good enough.

Grenzwächter

In unserem Unterbewusstsein brodelt es ständig. Impulse der buntesten Art schießen umher, treffen aufeinander, reagieren, verwandeln sich und verklumpen. Alle stoßen sie irgendwann auf die Grenze zum Bewusstsein, die scharf bewacht wird. Eine Armee von Zensoren, Überprüfern und Kontrollören beschützen die Röhren. Je nachdem welche Alarmstufe eingestellt ist, werden nur einige selektierte Ideen durchgelassen. Ist man betrunken, so können sich deutlich mehr Schlawiner durchmogeln und man macht allerlei Unfug. Ist man ängstlich so werden möglichst wenige Ideen durchgelassen, damit bloß nichts schief geht. Diese Grenzwächter wohnen auf der Grenze und werden sowohl vom Unbewussten als auch vom Bewussten beeinflusst. Es liegt an uns ihnen eine positive, progressive Grenzpolitik nahezubringen, die es erlaubt auch gefährliche Ideen länger in Quarantäne zu halten, Experimente zuzulassen, damit die kleinen, gebrechlichen Gedanken eine Chance haben zu wachsen.

Sie ist die Möwe

Eine einsame Möwe. Ihr gehört der Teich vor dem Cafe. Dort sitzt sie jeden Tag und bewacht den Teich. Sie hat keine Freunde. Zumindest keine Möwenfreunde. Aber sie lernt jeden Tag neue Leute kennen. Und Hunde. Und Kinder. Sie hat kein Mitleid mit ihnen. Es ist ihr egal. Sie ist die Möwe. Alle anderen sind wertlos und unter ihr. Deswegen ist sie so allein. Weil niemand mit ihr mithalten kann, im Möwe sein.

sie-ist-die-mo%cc%88we
Möwe, Lissabon

Nun gut. – Bzw. Jenseits von.

Man muss nicht schreiben. Das ist albern. Schreiben ist was für schlechte Menschen. Nur die Schlechten schreiben. Die Guten hingegen, die schreiben. Das ist viel besser. Schreiben ist was für gute Menschen. Gute Menschen haben den Schlechten voraus, dass sie schreiben. Es ist nicht gut schlecht zu sein. Es ist hingegen schlecht gut zu sein, und dabei Gutes zu denken. Schlechtes zu denken, das ist gut. Aber nur wenn man es auch aufschreibt. Gut muss man dabei aber schreiben, denn wer schlecht schreibt ist schlecht. Es sei denn er schreibt Gutes schlecht. Das darf man auch schlecht schreiben, denn das ist gut. Den Unterschied zwischen Gut und Schlecht zu kennen ist gut. Schlecht ist, wer böses dabei denkt. Gut und Böse ist schlecht.